Make cheese not war!

Käsefestival Sand in Taufers: 2600 € für die Ukraine

Gut 2600 Euro für die ukrainische Slow-Food-Community kamen zusammen in den drei Tagen des Käsefestivals Sand in Taufers. Die bekannte Lebensmittelmesse fand Anfang April statt und erreichte in diesem Jahr ihre 14. Auflage.

Ein Teil der Eintrittskarten war für den genannten Zweck bestimmt, der andere bestand aus Spenden von Besuchern und Sympathisanten, ein weiterer vom Südtiroler Köcheverband.

„Vor dem Angriffskrieg war das lokale Slow-Food-Netzwerk der Ukraine stark angewachsen. Innerhalb weniger Stunden brach alles zusammen. Aber die lokale biologische Vielfalt wird ein grundlegender Bestandteil des Wiederaufbaus sein“ , erklärte Slow-Food-International-Präsident Carlo Petrini. "Auch wir fühlen uns verpflichtet, unseren Teil beizutragen: viele Kleinproduzenten und Aktivisten zu unterstützen, die dem Land verbunden sind und Wert legen auf gute, saubere und faire Lebensmittel" - unterstrich Martin Pircher, lokaler DeSPAR-Kaufmann und Gründer des Käsefestivals.

Slow Food ist in der Ukraine eine lebendige Realität, bestehend aus zwölf Lebensmittelgemeinschaften, 19 Köchen, die der Slow Food Cooks Alliance angehören, 21 Produkten der "Arche des Geschmacks" und 50 Produkten, die aufgenommen werden sollen. Der Schock über das Grauen und die Unwirklichkeit des Geschehens, die Ungewissheit über nicht erreichbare Verwandte und Freunde, die Angst um Kinder und alte Eltern, die Zwangsevakuierungen, die Belagerungen, der Mangel an Versorgungsgütern, die bombardierten Städte und Dörfer, das ewige Warten auf neue Angriffe haben das tägliche Leben der Frauen und Männer in der gesamten Ukraine aus der Bahn geworfen. So war es auch für die dortigen Aktivisten von Slow Food.

Einige von ihnen haben ihre Dörfer und Städte verlassen, einige sind bereits außer Landes. Aber die meisten blieben vorerst, um das Land zu unterstützen und zu verteidigen. So wie Mykhailo Travetsky, Züchter und Tierarzt, der in Pryluky im Oblast Mernihiv lebt und mehrere ukrainische Rinderrassen hält, darunter die Grauen Ukrainer, die Lybedinka und die Rotgefleckten Ukrainer. Als der Angriffskrieg ausbrach, schickte Mykhailo seine Frau, seine Mutter und seine kleinen Kinder nach Belfast in Sicherheit zu einem befreundeten Züchter, er selbst blieb bei seinen Tieren in der Ukraine. Die „Brüder und Schwestern der Slow-Food-Bewegung“ haben lt. eigenen Worten diese Slow-Food-Hilfs-Initiative auf die Beine gestellt, um auf die dringende Bitte um Hilfe zu reagieren: von jenen, die gingen, und von jenen, die blieben.

Die daraufhin von aktuell 317 Slow-Food-Mitgliedern aus 25 Ländern gesammelten Spenden belaufen sich auf über 30.000 Euro, darunter die eingangs genannte Spende des Festivals.

Auf dem Foto: (v.l.n.r.) Angelo Carrillo, Präsident Slow Food Südtirol, Katharina Willeit, Direktorin des Tourismusvereins Sand in Taufers, Martin Pircher, Ideator des Käsefestivals Sand in Taufers und Reinhard Steger, Präsident Südtiroler Köcheverband